Montag, 28. Januar 2008

Und der Sieger ist - Nummer 25888

Wie im letzten Post erwähnt, haben die Australier ihren Nationalfeiertag einfach gedoppelt. Damit noch einer der lästigen Wochentage wegfällt.

Das Highlight des heutigen Montag war das große Entenrennen. Und weil gewöhnliche Enten sicherlich schwer zu überzeugen sind, sich in eine von uns gewünschte Richtung zu bewegen ist man kurzerhand auf Gummienten ausgewichen. Tausende. Nun mag der gewitzte Leser beanstanden, daß letztere sich eigentlich nie aus eigenem Antrieb auch nur irgendwohin bewegen. Der Aussage würden die Aussies auch nicht widersprechen. Deshalb werden die possierlichen Quitscheentchen auch auf dem Yarra River ausgesetzt, dessen Strömung für den nötigen Pepp im Rennen sorgt.

Die Renndistanz beträgt 200m und das ganze dauert ca 20min. Auf den ersten Blick sieht das aus, wie eine Veranstaltung für Kleinkinder. Bei genauerer Betrachtung stellt sich das Spektakel aber als Möglichkeit dar zu Wetten. Lieblingsbeschäftigung der Menschen hier - nach Barbecue. Die Enten waren nummeriert (auf der Unterseite), sonst aber nicht zu unterscheiden. Jedenfalls nicht untereinander. Denn im Gegensatz zur genormeten DIN-Gummiente tragen die australischen Vertreter gestreifte Badekappen mit Schnürchen zum an-dem-Kopf-festbinden, wie ALLE Rettungsschwimmer an australischen Stränden.

Sieger war am Ende die Nummer 25888. Wer das Los mit dieser Nummer hatte darf sich über einen neuen Mitsubishi Lancer freuen. Die meisten Kinder haben sich schon gefreut eine Ente zu ergattern, was normalerweise nicht drin ist. Ein Wahnsinniger hat sich in die Fluten gestürzt und ein paar von den Gummiviechern rausgefischt. Ein Wanhsinnig weil das Wasser des Yarra eine hochtoxische Dreckbrühe ist, wo man nicht mal seine Füße kühlen sollte.

Es folgt ein wenig Bildmaterial (bewegt und still):

Start Mittelteil Ziel

Duck Race 2008

Sonntag, 27. Januar 2008

Nationalfeiertag für jedermann

Gestern war hier Australia Day. Das ist so das Equivalent zum Tag der Deutschen Einheit, nur lustiger. Halt nicht so ernst. Das geht schon damit los, daß die Aussies sich noch weniger bewußt sind, was sie ausmacht als wir über unser Deutschsein. Deshalb gehen die Verantwortlichen da lieber auf Nummer sicher und gestalten das Ganze recht multikulturell. So ist für jeden was dabei. Außer der Urbevölkerung. Die stehen hier nämlich nicht nur am unteren Ende der sozialen Leiter, sondern eher drunter. Und da sind die Inder, Chinesen und Pakistanis, die hier putzen, kellnern und im 7-Eleven an der Kasse stehen schon mit eingerechnet.

Australia Day ist ein gesetzlicher Feiertag. Der ist dieses Jahr dummerweise auf einen Sonnabend gefallen. Die sind zwar geschäftiger als Deutschland, aber der gemeine Aussie grämt sich schon, daß ihm der Feiertag keinen normalen Arbeitstag erspart. Pragmatisch wie die Menschen hier sind, findet sich auch dafür eine Lösung. Aus eins mach zwei. Montag wird einfach als Australia Day Part 2 deklariert. Also feiern am Sonnabend, abhängen zwei Tage später.

Als Festtagskleidung wird ergänzend zu Shorts und FlipFlops die australische Flagge getragen. Im Superheldenstil, so um den Hals. Gerne auch Flaggenkriegsbemalung im Gesicht, wie man das vom internationalen Fußball kennt. Als Zeitvertreib muss in der Regel das allseits beliebte Barbecue herhalten. Allerdings wir auch viel von der Stadt geboten. Ich war auf dem Federation Square. Da gab es einen 2h langen Percussion-Trip rund um die Welt. Danach Feuerwerk.

Anschließend stand ein Bummel entlang der Southbank auf dem Programm. Da ist am Wochenende auch am späten Abend immer was los. Dabei sind die Bilder entstanden. Insgesamt habe ich ca. 50 Fotos gemacht, aber nur 20 sind was geworden. Die 14 in der Galerie sind das Best Of.

Nightshots

Sonntag, 13. Januar 2008

Der coolste Frisör EVER Teil2

Ich hatte ja schon mal von dem Frisör (Dr. Follicles) berichtet. Jetzt hat er es sogar in die Sonntagsausgabe der größten Zeitung in Melbourne geschafft. Laut diesem Artikel scheint sich da ein Trend abzuzeichnen.

Link: Artikel in The Sunday Age

Samstag, 12. Januar 2008

Wo kommen die Kiwis her?

Welches Land kommt Euch bei dem Stichwort "Kiwi" in den Sinn? Die meisten werden jetzt (hoffentlich) an Neuseeland denken.
Okay, nächste Frage. Wo, auf der Weltkarte, befindet sich Neuseeland? Die häufigste Antwort dürfte in etwa so lauten: "Irgendwo da bei Australien". Das kann man auch so gelten lassen. Auf jeden Fall ist Neuseeland näher an Australien als so ziemlich jedes andere Land auf der Welt. Und Australien ist ziemlich weit weg von allem, ausser halt Neuseeland.

Jetzt wird es spannend. Aus welchem Land würde der Australier wohl Kiwis importieren, wenn er selber keine anbaut. Die Antwort lautet natürlich: Italien! Woher sonst!?

Das Bild habe ich im Supermarkt um die Ecke gemacht.
Was lernen wir daraus? Auch wenn es ein wenig theatralisch oder zynisch klingt: Wir haben es nicht besser verdient, als an unserer eigenen Dummheit zu Grunde zu gehen.


Sonntag, 6. Januar 2008

10 Stunden eher im neuen Jahr

Hier mal ein kurzer Abriss über meinen Jahreswechsel. Beginnen möchte ich aber an dem Wochenende vor Silvester.
Da war ich nämlich am Strand. An einem Strand eines richtigen Ozeans. Das war etwas neues für mich. Kannte bisher ja nur Ostsee auf der Insel Usedom. Und in Sachen Salzgehalt und Wellengang (an einem normalen Tag) kann man das nicht wirklich vergleichen. Haie gibt es hier übrigens auch. Aber an den Badestränden ist es für die zu flach. Gefahrloses Schwimmen ist also drin. Oder doch nicht? In den Gewässern um Australien lebt auch die Würfelqualle, eines der giftigsten Viecher EVER (Box jellyfish). Habe aber keine gesehen.

Am nächsten Tag stand eine Tagestour nach Phillip Island auf dem Programm. Berühmt für seine Pinguine. Die sind ziemlich klein und total süß ;-) Jeden Abend um ca. 21:00 kommen die zu hundertden aus dem Wasser, watscheln schnurstracks zu ihrem Bau und versorgen die hungrige Sippe mit dem Fischfang des Tages. Lecker vorgekaut und anverdaut.
Manche von denen haben eine unglaubliche Kondition. Die sind den ganzen Tag auf Fischfang (und schleppen den Fang mit sich rum), latschen hunderte Meter über den Strand und die Böschung hinauf (mit Fisch im Bauch und verdammt kurzen Beinen). Und was ist das erste was sie nach der Ankunft im heimischen Bau machen? Sie haben Sex!!! Mit einer Menge Fisch im Bauch. Und statt der Zigarette danach gibt's halt: Fisch.
Bei der so genannten Peguin Parade kann man das schön verfolgen. Das ist zwar recht touristisch aber die beste Möglichkeit das zu erleben. Fotografieren war nicht erlaubt. Man findet aber einiges im Netz (natürlich Wikipedia und YouTube). Hier noch einmal die Stichworte zum Suchen: Zwergpinguine (little/fairy penguins), Penguin Parade, Phillip Island, Nobbies.

Noch eine Story am Rande. Auf dem Weg nach Phillip Island haben wir an einem Tierwaisenhaus gestoppt (süße Wombats, Koalas und Tasmanische Teufel). Da habe ich meine Mathelehrerin aus der neunten Klasse getroffen. Kein Witz. Ich wollte es erst nicht glauben. Sie auch nicht. Ich konnte sie dann aber von meiner Identität überzeugen. Am Ende wollte Sie ein Foto, als Beweis für die Kollegen in Altentreptow.

Silvester (New Years Eve) war der heißeste Tag 2007 in Melbourne. Nachmittags um vier waren es 42°C. Mitternachts immer noch 32°C. Also verdammt heiß. Die Festivitäten an sich habe ich mit ein paar Freunden begangen. (meine Mitbewohner waren alle ausgeflogen). Wir hatten ein gemeinsames Dinner, das mich sehr an meine Studentenwohnheimtage erinnert hat. Für das große Feuerwerk waren wir in der City am Yarra River. Es war mächtig voll. Aber es hat sich gelohnt. Ich habe so ein Feuerwerk mit Skyline noch nicht erlebt. Das war schon cool. Nachdem ich aber die Bilder von Sidney gesehen habe, war ich doch ein klein wenig neidisch.
Schlafen ging nicht wirklich. Es war einfach zu heiß. Ich habe vom bloßen Liegen im Bett geschwitzt wie ein Tier. Der Nachmittag des 1. Januar brachte dann ein wenig Entspannung. Ein Temperatursturz von 14°C in 40min machte das Leben wieder erträglicher.

An dieser Stellewünsche ich allen, die sich auf diese Seite verirren, einen guten Start in das neue Jahr.